26.02.2025 Nachberichterstattung und Bildergalerie „80 Jahre Frieden“ jetzt auf der Website zu sehen

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Am 22.02 hat die Projektgruppe ‚Platz für Demokratie‘ der Bürgerstiftung Lebensraum eine Veranstaltung zu 80 Jahren Frieden in Aachen organisiert. Über 250 Gäste waren im Forum M mit dabei. Hatten Sie nicht die Möglichkeit unsere Veranstaltung zu besuchen? Kein Problem! Hier finden Sie eine Nachberichterstattung und die dazu passende Fotogalerie mit über 50 Bildern.

 

Bericht über die Veranstaltung „80 Jahre Demokratie, Freiheit und Frieden in Aachen“ am 22.02.2025

Die Veranstaltung im Forum M der Mayerschen Buchhandlung in Aachen markiert den 80.Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus in Aachen, fokussiert auf die Leitfrage: „Sind Demokratie, Freiheit und Frieden in erneut in Gefahr?“

 

Norbert Greuel und Hans-Joachim Geupel von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen begrüßen die Gäste stellvertretend für die Mitglieder des Projektes „Platz für Demokratie“ und betonen die Bedeutung dieser Gedenkveranstaltung, die rein zufällig auf den Tag vor der Bundestagswahl fällt. Die Projektleiter betonen, dass es sich nicht um eine Wahlkampfveranstaltung handele; vielmehr gehe es um die Gemeinsamkeit der Demokraten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Reflexion darüber, wie sich das Verständnis von Frieden, Freiheit und Demokratie in den letzten Jahren verändert hat, insbesondere angesichts aktueller geopolitischer Herausforderungen wie dem Ukraine-Krieg und der als „Zeitenwende“ bekannten sicherheitspolitischen Neuausrichtung Deutschlands. Aachen ist die erste befreite Großstadt Deutschlands gewesen. Beide Redner erinnern daran, wie am 21. Oktober 1944 die weiße Flagge im Bunker an der Rütscherstraße gehisst und damit das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in der Region eingeläutet wird. Die Stadt, damals ein Trümmerfeld mit nur noch 6.000 Einwohnern, zerstörten Häusern und Millionen Kubikmetern Schutt, symbolisiert zu dieser Zeit gleichzeitig Zerstörung und Neubeginn: Ehemalige Soldaten und zivile Helfer unterstützen die Bürgerinnen und Bürger beim Wiederaufbau und legen den Grundstein für eine neue demokratische Gesellschaft.

 

Im weiteren Verlauf der Matinee spricht die Aachener Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen Grußworte und unterstreicht die Bedeutung dieser Veranstaltung als Fortsetzung einer Reihe, in der das historische Datum gewürdigt und der Blick auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für Freiheit und Demokratie gerichtet wird.

 

Dr. Jürgen Linden, Vorsitzender der Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Karlspreises, setzt mit seinem Impulsvortrag weitere Akzente zum Thema der Veranstaltung. Das Lebensmodell, das über Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg auf der Grundlage jahrhundertelanger Erfahrungen mit Kriegen, mit Krisen, mit Not, aber auch mit Freude, mit Optimismus und Fortschritt Bestand gehabt habe, wie auch die ganze Weltordnung, sei in Gefahr. Eine Weltordnung, die 1989 noch einmal einen großen Optimismus und eine Euphorie erfahren habe, die aber spätestens mit dem Beginn des Ukraine-Krieges, allerspätestens mit dem 25. Januar dieses Jahres, als Donald Trump ins Amt gekommen ist, aufgelöst zu sein scheint, sei passé. Auch im Nahen Osten herrsche Krieg. Populisten, die Zusammenhänge vereinfachen, die Lügen verbreiten und Panikmache betreiben, seien zu Gegnern der Freiheit, des Rechtsstaates und der Demokratie geworden. Dazu gehören auch gewählte Politiker. Sie postulieren Abschottung, Protektionismus, Kampf gegen Globalisierung und Multikulturalität. Sie spalten und sind gegen das Miteinander. Es würden sich Machtpositionen aufbauen, die demokratisch nicht mehr kontrolliert werden könnten. Auch durch eine Abschaffung des Faktenchecks in sozialen Netzwerken würde jedes ‚Leben in Wahrheit‘ vernichtet. Allerdings müsse bedacht werden, dass viele Bürger eine intellektuelle, programmatische Erstarrung des demokratischen Systems sehen. Sie erfahren Bürokratismus, Privilegien für Eliten, ein dominantes Establishment, eine Politik, oft vorbei an den Realitäten des Lebens von Millionen von Bürgerinnen und Bürgern. Diese Menschen assoziieren unsere Demokratie mit Finanzkapitalismus, mit Korruption, machen sie verantwortlich für grobe Fehlentwicklungen, wie beispielsweise die großen sozialen Unterschiede zwischen armen und reichen Menschen in unserer Gesellschaft. Es läge nun am Engagement der Bürger zu zeigen, welches Lebensmodell sie wollen. Jürgen Linden glaubt an die Vernunft und Verantwortung und an das geschichtliche Bewusstsein der Menschen, ihr Erinnerungsvermögen. Vor allem glaubt er an die europäische Idee und die Werte, die hinter dieser Idee stehen. Er glaubt an Verständigung, Versöhnung und Zusammenarbeit. Er glaubt an dieses Europa mit seinen großartigen geistigen Traditionen, seiner reichen, vielfältigen Kultur, seinem menschlichen Innovationskampf. Europa sei die Chance, auf Dauer Frieden, Freiheit, Demokratie und auch wachsenden Wohlstand für die Menschen zu garantieren. Europa diene uns allen am besten, wenn es seinen eigenen Werten, wenn es den Menschenrechten und vor allem, wenn es seinem Gewissen folgen würde. Das sollte vorgelebt und verteidigt werden.

 

Den Kern der Veranstaltung bilden drei Gesprächsrunden, alle moderiert von Prof. Bernd Mathieu. Die erste Gesprächsrunde widmet sich drei Zeitzeugen – vor 1945 geboren –, deren Lebens-geschichten persönliche Erfahrungen mit Diktatur, Krieg, Wiederaufbau und der Teilung Deutschlands enthalten. Die Erzählungen geben Zeugnis von Widerstand, Zivilcourage und zwischenmenschlichen Beziehungen in schwierigen Zeiten. Leo Frings, 1927 in Aachen geboren und aufgewachsen, eröffnet die Gesprächsrunde mit den älteren Bürgerinnen und Bürgern. Leo Frings schildert eindrücklich seine Erlebnisse während des Nationalsozialismus. Als Jugendlicher wird er zwangsweise in die Hitlerjugend überführt, doch er und seine Freunde widersetzen sich, indem sie demonstrativ nicht im geforderten Gleichschritt marschieren. Besonders bewegend sind seine Erinnerungen an die Beerdigung eines jüdischen Aachener Handwerkers, bei der Nationalsozialisten in Uniform provozierend am Straßenrand gestanden haben, um zu sehen, wer dem Beerdigungszug beiwohnt. Er berichtet auch von geheimen Treffen der katholischen Jugend, die nach ihrem Verbot im Jahr 1934 im Privaten hätten stattfinden müssen. Solche Zusammenkünfte führen 1942 zu Durchsuchungen im Haus der Eltern, woraufhin einige Jugendliche für mehrere Wochen in Einzelhaft genommen werden, ohne dass die Familien Kenntnis über ihren Verbleib bekommen hätten. Leo Frings zieht Parallelen zur Gegenwart und äußert Besorgnis über das Wiedererstarken extremistischer Parteien. Er betont, wie wichtig es ist, sich politisch zu engagieren und nicht gleichgültig zu bleiben. Er selbst sei stets politisch aktiv gewesen, habe aber aufgrund familiärer Verpflichtungen nicht alles tun können, was er sich damals vorgenommen hat. Im Anschluss wird Antonia Willmes vorgestellt, Jahrgang 1944 und ehemalige Oberstudienrätin an der Käthe-Kollwitz-Schule. Sie berichtet von ihrer Studienzeit in Aachen, während der sie zufällig in Kontakt mit Hochschulgruppen gekommen sei, die Verbindungen zur DDR gepflegt haben. In dieser Zeit entwickelt sich eine Brieffreundschaft mit einem DDR-Studenten, die von 1967 bis heute andauert. Während dieser Jahre lernen beide ihre Partner kennen und treffen sich auch einmal in Ostberlin. Es entsteht eine tiefe Verbindung. An Bedeutung nimmt die Beziehung zu, als das befreundete Paar 1974 eine Tochter bekommt und Antonia Willmes gefragt wird, ob sie die Patenschaft übernehmen möchte. Diese Patenschaft festigt die freundschaftlichen und familiären Bande weiter. Heinz Jussen, Jahrgang 1941, berichtet von seinen Aktivitäten als Friedensaktivist und Umweltschützer. Einige Eckpunkte aus seinem Aktivistenleben hebt er hervor. Der Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 veranlasst ihn, Transporte mit benötigten Lebensmitteln und Medikamenten zu organisieren, selbst am Steuer eines LKWs mit den Hilfsgütern. Insgesamt 11 solcher Transporte in die Kriegsgebiete Bosniens führt er durch, wobei er mehrfach unter Beschuss geraten ist, einmal sogar von einer paramilitärischen Einheit unter Erschießungsandrohung gefangen gehalten wurde. Unterstützt wird er dabei von dem von ihm selbst 1993 gegründeten „Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit“. Mit Hilfe dieses Netzwerks und Spenden aus der Bevölkerung können damals eine Vielzahl von Hilfsgütern in die Kriegsgebiete gebracht werden. Neben weiteren friedenstiftenden Aktivitäten baut Heinz Jussen in der Schule von Novi Grad (Neue Stadt) in Bosnien eine Friedensbühne (bina mira) auf, auf der jährlich ein Friedensfestival stattfindet. Ziel ist, Begegnungen zu ermöglichen von unterschiedlichen Ethnien, Kulturen, Nationen und Religionen zum Zweck, untereinander Frieden zu schaffen. Erstmals 2008 hat dieses Festival stattgefunden und wird seitdem bis 2019 elf Mal mit Jugendtheatergruppen aus mehr als sechs Ländern durchgeführt, bisher auch dreimal in Aachen. 2014 organisiert Heinz Jussen einen Fackellauf unter dem Motto: „Flame for Peace“ von Sarajewo nach Aachen, an dem er auch selbst, 73-jährig, teilnimmt. Seitdem findet dieser Lauf mit einem wechselnden friedenspolitischen Thema jedes Jahr statt und führt durch das Dreiländereck. Die zweite Gesprächsrunde mit den Bundestagsabgeordneten Armin Laschet, Lukas Benner und Ye-One Rhie nebst dem Politikwissenschaftler Prof. Winfried Böttcher, ist fokussiert auf zentrale politische Herausforderungen, insbesondere die Bedrohung der Demokratie durch populistische Strömungen, die fortschreitende gesellschaftliche Spaltung und die Schwierigkeiten, junge Menschen für die Politik zu gewinnen. Es wird betont, dass es eine Partei gibt, deren Ziele demokratischen Grundsätzen widersprechen. Auch habe die Politik es versäumt, jungen Menschen in Krisenzeiten wie der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und der Klimakrise konkrete Zukunftsperspektiven aufzuzeigen. Die Unterstützung der Ukraine wird als notwendige Verteidigung demokratischer Werte dargestellt, da das Land angegriffen worden sei, weil es sich in Richtung der Werte der westlichen Demokratien entwickelt habe. Auch wird die politische Kommunikation kritisch hinterfragt – insbesondere die Militarisierung der Sprache in Debatten über Verteidigungspolitik. Abschließend geht die Runde noch auf die Bedeutung von Respekt und Anerkennung für politische Arbeit ein, eine Voraussetzung zur Förderung einer konstruktiven politischen Kultur. Schließlich greift die dritte Gesprächsrunde Stimmen junger Menschen auf mit ihren Sorgen, Hoffnungen und Erwartungen an die Zukunft der Demokratie. Es geht um die Frage, wie junge Menschen stärker in politische Prozesse eingebunden werden können, welche Themen ihnen besonders am Herzen liegen und wie sie sich die Zukunft vorstellen. In vorbereiteten Statements von elf Schüler:innen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und in der anschließenden Befragung von Schüler:innen der Käthe-Kollwitz-Schule wird deutlich, dass viele Jugendliche das Gefühl haben, zwar wahrgenommen, aber nicht wirklich in politische Entscheidungsprozesse einbezogen zu werden. So fordern sie mehr Mitbestimmung und betonen, dass ihre Stimme ernst genommen werden sollte. Besonders die Themen Bildung und Klimawandel stehen im Zentrum der Kritik. Die Jugendlichen monieren, dass Bildungspolitik oft vernachlässigt werde und dass die etablierten Parteien zu wenig über langfristige Bildungsreformen sprächen. Zudem äußern sie große Sorgen über die Zukunft des Planeten und fordern entschlossenere Maßnahmen gegen den Klimawandel. Nicht zuletzt wird das Vertrauen in die Politik thematisiert. Die Jugendlichen zeigen sich skeptisch gegenüber Wahlversprechen, die nicht eingehalten werden, und fordern mehr Verlässlichkeit von politischen Akteuren. Sie betonen, dass nicht nur die Politik, sondern auch die gesamte Gesellschaft Verantwortung übernehmen müsse, um drängende Herausforderungen wie den Klimawandel zu bewältigen. Dialog und Engagement hätten eine immense Bedeutung zur Lösung gesellschaftlicher Probleme. Beiträge von Annette Schmidt vom Theater K, ihren beiden Schauspielkollegen Falk Philippe Pognan und Jonas Laiblin und vom Saxophonisten Heribert Leuchter bereichern die Veranstaltung zwischen den Gesprächsrunden. Sie tragen mit Musik, Dichtung und Theaterszenen zu der kritischen Reflexion im Kontext der Veranstaltung bei. Besonders eine Szene wird wirkungsvoll inszeniert, als Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau aufeinandertreffen, die sich in der Realität nicht haben austauschen können, weil sie in unterschiedlichen Jahrhunderten gelebt haben. Ein fiktiver, von Annette Schmidt moderierter Dialog, gibt Einblick in zwei konträre Gesellschaftsverträge (Staatstheorien) als Grundlage für das Zusammenleben der Menschen. Zur Frage, wie eine gerechte und stabile Gesellschaft gestaltet werden kann, haben beide Staatstheoretiker unterschiedliche Vorstellungen. Thomas Hobbes beschreibt den Naturzustand des Menschen als einen permanenten Kriegszustand, der von Misstrauen, Konkurrenz und dem Streben nach Macht geprägt sei („Krieg aller gegen alle“). Laut Hobbes führt dieses ständige Bedrohungsgefühl dazu, dass Menschen ihre individuelle Freiheit aufgeben und sich einem starken Souverän unterwerfen, der für Ordnung und Sicherheit sorgt. Ohne eine solche Zwangsgewalt seien alle Verträge nur leere Worte, da der Mensch sich sonst jederzeit wieder auf sein Recht zur Selbstverteidigung berufen würde. Für Hobbes ist der Gesellschaftsvertrag daher vor allem ein Schutzmechanismus vor Anarchie und Gewalt. Jean-Jacques Rousseau widerspricht dieser düsteren Sichtweise und stellt eine alternative Interpretation des Naturzustands vor. Er beschreibt den Menschen als ursprünglich friedlich, mitfühlend und genügsam, der in Einklang mit der Natur lebt und nur seine Grundbedürfnisse wie Nahrung, Fortpflanzung und Ruhe befriedigt. Der „Dämon des Besitzes“ habe diesen harmonischen Zustand erst zerstört, als jemand Land für sich beansprucht und andere sich dem nicht widersetzen. Dieses Privateigentum habe Ungleichheit, Herrschaft und schließlich die bürgerliche Gesellschaft hervorgebracht, in der sich Reichtum und Macht konzentrieren, während Armut und Abhängigkeit wachsen. Daraus leitet Rousseau seine Vorstellungen von einem Staat ab. Seine Staatsphilosophie ist radikal demokratisch. Das Volk ist für ihn unverrückbar der Souverän und duldet keinen nicht legitimierten Machthaber. Die fiktive Debatte zeigt die fundamentalen Unterschiede zwischen den beiden Denkern auf: Während Hobbes den Staat als notwendige Schutzinstanz vor menschlicher Aggression sieht, betrachtet Rousseau ihn als Folge gesellschaftlicher Ungleichheit, durch die die Menschen ihrer ursprünglichen Freiheit beraubt worden sind. Der Staat hat hier die Funktion, durch den Gesellschaftsvertag (Vertrag über einen demokratischen Staat) die entstandenen Ungleichheiten zu beseitigen, sodass die Menschen als Teil des Souveräns wieder freie Bürger werden. Das ist damals revolutionär gewesen und das absolute Gegenteil des Staatsverständnisses des Absolutismus. Das Gespräch endet offen, ohne klare Lösung. Es verdeutlicht jedoch, wie zeitlos die philosophischen Fragen nach Macht, Freiheit und sozialer Gerechtigkeit sind.

Die Veranstaltung endet mit einem bewegenden Moment, als den Jugendlichen der letzten Gesprächsrunde stehende Ovationen entgegengebracht werden, für ihren Mut, vor großem Publikum aufzutreten und für ihre beeindruckenden Vorträge, die aber auch nachdenklich gemacht haben. In einer symbolischen Geste werden den älteren Akteur:innen gelbe Rosen mit blauem Band – die Farben der Ukraine – überreicht, die für den gemeinsamen Wunsch nach Frieden und eine bessere Zukunft stehen. Als Dankeschön für die Jugendlichen gibt es Theaterkarten für das Stück „Oppenhoff. Mohnen. Cohn.“ im Theater Aachen. Die Organisatoren betonten, dass die vielen wertvollen Beiträge der Jugendlichen nicht unbeachtet bleiben dürften und dass der Dialog in einer geeigneten Form fortgeführt werden muss.

Gabriele Abel-Olsen, Jochen Geupel, Norbert Greuel

 

 

 

 

 

 

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